Chinesisches Neujahr 2026: Importeuren bleiben nur noch wenige Tage für Bestellungen
Der Januar ist die letzte Chance für Unternehmen, die aus China importieren, ihre Lieferungen vor einem langen Produktionsstillstand abzusichern. Obwohl die offiziellen Feierlichkeiten zum Chinesischen Neujahr 2026 vom 17. Februar bis zum 3. März stattfinden, warnen Experten, dass Unterbrechungen der Lieferketten bis zu 6–8 Wochen andauern können.
Das Chinesische Neujahr ist nach wie vor das wichtigste Fest in China, und seine Auswirkungen auf den globalen Handel reichen weit über den offiziellen Ferienkalender hinaus.
„Importeure müssen mit überlasteten Hafenanlagen und steigenden Frachtraten rechnen. Die letzten Tage im Januar sind die entscheidende Frist für Unternehmen, die mehrwöchige Verzögerungen vermeiden wollen“, betont Joanna Porath, Inhaberin der Zollagentur AC Porath.
Ein Feiertag, der den globalen Handel lahmlegt
Im Jahr 2026 fallen die gesetzlichen Feiertage in China in den Zeitraum vom 17. Februar bis zum 3. März.
„Unternehmen vergessen jedoch häufig, dass der tatsächliche Stillstand in chinesischen Fabriken und Häfen zwischen sechs und acht Wochen dauern kann. Dazu zählt nicht nur die eigentliche Feiertagszeit, sondern auch die Phase, in der die Beschäftigten aus dem Urlaub zurückkehren und die Produktion schrittweise wieder hochgefahren wird“, erklärt Joanna Porath.
In der Praxis bedeutet dies, dass sich Importeure nicht nur auf Einschränkungen in der Produktion, sondern auch im Seetransport und bei der Zollabfertigung in den Häfen einstellen müssen. Die letzten Container werden die chinesischen Terminals voraussichtlich um den 10. Februar verlassen.
Der Januar ist der letzte Weckruf
Für polnische Unternehmen, die mit chinesischen Lieferanten zusammenarbeiten, arbeitet die Zeit gegen sie. Das Ende des Januars ist der absolute späteste Zeitpunkt für die Aufgabe von Bestellungen, die Polen vor oder kurz nach der Feiertagsperiode erreichen sollen.
„Bestellungen für das erste Quartal des Jahres sollten bereits jetzt, im Januar, aufgegeben werden. Die Waren müssen nicht nur produziert, sondern auch rechtzeitig verladen und mit ausreichendem Vorlauf versendet werden. Andernfalls riskieren Importeure mehrwöchige Verzögerungen oder sogar eine vollständige Blockierung der Fracht im Hafen bis Mitte oder sogar Ende März“, erklärt die Geschäftsführerin von AC Porath.
Überlastete Häfen und steigende Kosten
Da China weiterhin als ‚Fabrik der Welt‘ fungiert, führt die Zeit vor dem Chinesischen Neujahr stets zu einem starken Anstieg des Hafenumschlags. Containerterminals arbeiten an der Kapazitätsgrenze, was zu Abfertigungsverzögerungen und einem drastischen Anstieg der Seefrachtraten führt.
„In dieser Phase beobachten wir häufig sogenannte ‚Cut-and-Run‘-Strategien, bei denen Reedereien Importladungen nach China priorisieren und Exporte auf die profitabelsten Sendungen beschränken. Container können zudem auf Umschlagterminals verbleiben und wochenlang auf das nächste Schiff warten“, ergänzt Joanna Porath.
Dokumentation als Schlüssel zum Erfolg
In der hektischen Phase der Vorweihnachtsverschiffungen gewinnt eine sorgfältige Prüfung der Dokumentation besondere Bedeutung. Chinesische Hersteller, die eine erhöhte Anzahl von Aufträgen abwickeln, haben weniger Zeit für Qualitätskontrollen und für die Einhaltung technischer Spezifikationen.
„Die beste Strategie ist es, die vollständige Dokumentation mit großem zeitlichem Vorlauf vorzubereiten – sowohl für die Ausfuhrabfertigung in China als auch für die anschließende Einfuhrabfertigung in Polen. Eine strategische Planung der Lieferkette unter Berücksichtigung aller Einschränkungen, die sich aus den Besonderheiten des Chinesischen Neujahrs ergeben, ist entscheidend“, fasst die Expertin zusammen.
Unternehmen, die ihre Bestellungen nicht bis Ende Januar platzieren, müssen damit rechnen, dass ihre Lieferungen erst in der zweiten Märzhälfte oder Anfang April 2026 eintreffen.