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Cyberbezpieczeństwo

Cybersicherheit in der TSL-Branche: Ein Klick kann die gesamte Lieferkette stoppen

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Die TSL-Branche wird zunehmend Ziel von Cyberangriffen. In der Praxis kann bereits eine einzige gefälschte E-Mail Zollabfertigungen stören und erhebliche finanzielle Verluste verursachen.

Dominoeffekt in der Logistik

Systeme in Häfen, Terminals und Logistikzentren verarbeiten täglich enorme Datenmengen. Kommt es zu Störungen, kann dies die Arbeit von Spediteuren, Zollagenturen und Endempfängern lahmlegen – bis hin zum Stillstand von Produktion oder Vertrieb.

Cybersicherheit ist längst kein reines IT-Thema mehr, sondern ein echtes Geschäftsrisiko. Ein erfolgreicher Angriff kann gestoppte Abfertigungen, Vertragsstrafen und den Verlust von Kundenvertrauen bedeuten – betont Joanna Porath, Inhaberin der Zollagentur AC Porath.

Phishing und Manipulation von Dokumenten

Immer mehr Angriffe basieren auf dem Vortäuschen von Geschäftspartnern – etwa durch gefälschte Rechnungen oder Ausschreibungen. Besonders kritisch ist die Manipulation von Handelsdokumenten (Rechnungen, Packlisten, EORI-Daten). Veränderte Angaben können zu Fehlern bei der Zollabfertigung, zusätzlichen Kosten oder administrativen Sanktionen führen.

Selbst kleine Änderungen in Dokumenten können schwerwiegende zoll- und finanzrechtliche Folgen haben. Deshalb ist die Verifizierung von Unterlagen ein zentraler Bestandteil der Sicherheit und keine bloße Formalität – ergänzt Joanna Porath.

Desinformation als Teil von Cyberangriffen

Cyberangriffe werden zunehmend durch Desinformation begleitet, die durch den Einsatz von KI zusätzlich verstärkt wird. Dies kann zu Kommunikationschaos führen und die Reaktionsfähigkeit von Organisationen erheblich erschweren.

In Organisationen kann Desinformation sowohl durch externe feindliche Aktivitäten als auch durch interne Faktoren entstehen, etwa durch Kommunikationschaos oder selektive Informationsweitergabe – erklärt Dr.-Ing. Rajmund Smolarczyk, Experte für Staatssicherheit und Dozent an der WSAiB in Gdynia.

NIS 2: Neue Anforderungen für die Branche

Die EU-Richtlinie NIS 2 verpflichtet Unternehmen u. a. zu Risikoanalysen, zur Absicherung der Lieferkette und zur Meldung von Sicherheitsvorfällen. Sie betrifft auch indirekt kleinere Unternehmen als Teil größerer Lieferketten. Gefordert sind unter anderem Mehrfaktor-Authentifizierung, Verschlüsselung, regelmäßige Audits und Schulungen.

Compliance ist nur der Anfang. Entscheidend sind operative Resilienz und die Sicherstellung der Geschäftskontinuität – so die Geschäftsführerin von AC Porath.

Wie lässt sich das Risiko reduzieren?

  • Schulungen zur Erkennung von Phishing,
  • doppelte Verifizierung von E-Mails und Dokumenten,
  • eingeschränkter Zugriff auf sensible Daten,
  • regelmäßige Systemaktualisierungen,
  • Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Partnern entlang der Lieferkette.

In digitalen Lieferketten sind Dokumente und Kommunikation ebenso kritisch wie Transport und Lagerung. Deshalb sollte Cybersicherheit für jedes TSL-Unternehmen höchste Priorität haben.